unsere Lieblingsgerberei!

„Gereift durch Zeit, geformt von Meisterhand“ Hiermit wird bestätigt, dass das vorliegende Werkstück aus erstklassigem europäischem Leder höchster Güte gefertigt wurde. In einer Ära der flüchtigen Massenware haben Sie sich für ein Erbe entschieden, das Tradition atmet.
I. DIE HERKUNFT Das Herzstück dieses Produkts stammt aus der

Gerberei David Schmid

ansässig in Metzingen seit 1839. Hier, wo einst Pferdewagen das Straßenbild prägten, werden süddeutsche und österreichische Häute noch heute nach Methoden veredelt, die Jahrhunderte überdauert haben.
II. DAS VERFAHREN In einem vierwöchigen Prozess reift das Leder in historischen Holzfässern. Es kennt keine Eile und keine moderne Chemie. Rein Pflanzlich: Gegerbt ausschließlich mit Baumrinden, Blättern und Olivenextrakten. Vollendete Haptik: Luftgetrocknet und von Hand mit natürlichen Ölen und Fetten behandelt, für eine unvergleichliche Elastizität und den charakteristischen, beruhigenden Duft. Nachhaltige Seele: Gefertigt in einem Familienbetrieb, der bereits 1988 durch eigene Turbinenkraft Pionierarbeit für das elektrische Licht seiner Stadt leistete.
III. DIE MATERIALGÜTE Je nach Bestimmung Ihres Begleiters wurden spezialisierte Häute gewählt: Gepäck & Taschen: Kräftiges pflanzliches Leder für lebenslange Treue. Accessoires: Feinstes 3-Unzen-Leder aus Spanien und der Toskana ergänzt unser Programm. Gürtel: Unbeugsamer Doppel-Croupon (9-10 Unzen) von italienischen Bullenhäuten.

Gerberei David Schmid

Ansichten aus dem Inneren der Gerberei in Metzingen, gegründet im Jahr 1880.

https://gerbereidavidschmid.wordpress.com/

Häufig gestellte Fragen zu pflanzlich gegerbtem Leder

 

Der Anteil der Haut am Gesamterlös eines Rindes ist überraschend gering und wird oft als „Nebenprodukt“ eingestuft.

Im Durchschnitt macht der Erlös aus der Haut (das Lederpotenzial) etwa ca. 3% des Gesamtwertes des Tieres aus.

Da dies ein spannendes Thema in der Lederverarbeitung ist, hier ein kurzer Vergleich der beiden Methoden:

1. Chromgerbung (Mineralische Gerbung)

Dies ist die modernste und am weitesten verbreitete Methode (ca. 90 % der weltweiten Lederproduktion).

  • Prozess: Verwendet Chromsalze; der Vorgang ist sehr schnell (dauert oft nur einen Tag).

  • Eigenschaften: Das Leder ist extrem weich, flexibel, wasserabweisend und farbecht.

  • Optik: Es altert kaum und behält seine Farbe über lange Zeit bei.

2. Pflanzliche Gerbung (Vegetabile Gerbung)

Dies ist die traditionelle Methode, die seit Jahrtausenden angewandt wird.

  • Prozess: Verwendet natürliche Gerbstoffe aus Baumrinden (z. B. Eiche, Kastanie oder Mimosa). Der Prozess ist langwierig und kann Wochen oder Monate dauern.

  • Eigenschaften: Das Leder ist fester, dicker und riecht angenehm natürlich („nach Leder“).

  • Optik: Es entwickelt mit der Zeit eine charakteristische Patina – es dunkelt nach und wird durch den Gebrauch schöner und individueller.

Anilinleder (oft auch als reines Anilinleder bezeichnet) ist das natürlichste, luxuriöseste und hochwertigste Leder, das man kaufen kann.
Man kann es sich wie das Leder-Äquivalent von massivem Hartholz im Vergleich zu lackiertem Holz vorstellen. Anstatt mit einer dicken Schicht aus Farbe oder schützendem Kunststoff überzogen zu werden, wird Anilinleder ausschließlich mit löslichen, transparenten Anilinfarbstoffen gefärbt. Das bedeutet, dass die Farbe vollständig in die Haut einzieht und sie färbt, ohne die Oberfläche zu verdecken.
Die natürliche Textur von Anilin Leder: Da die Oberfläche komplett unversiegelt („nackt“) ist, sieht man die echte Narbenstruktur, winzige Poren und die natürlichen Merkmale aus dem Leben des Tieres – wie Dehnungsstreifen, verheilte Narben oder Insektenstiche.
Die Vor- und Nachteile
Obwohl es extrem geschätzt wird, ist es nicht für jeden die richtige Wahl. Hier ist die Abwägung:
Der Auswahlprozess: Da es keine Pigmentschicht gibt, um Makel zu verdecken, können Gerbereien nur makellose, unbeschädigte Häute verwenden. Wenn eine Kuh ihr Leben damit verbracht hat, sich an Stacheldrahtzäunen zu reiben, kann ihre Haut nicht für reines Anilinleder verwendet werden.
Der Vergleich
Reines Anilinleder (Full Aniline): 100 % natürlich, durchgefärbt, keinerlei Oberflächenbeschichtung. Höchste Qualität und der höchste Pflegeaufwand.
Semianilinleder (Semi-Aniline): Auf die gleiche Weise gefärbt, aber mit einer sehr dünnen, farblich passenden Schutzschicht versehen. Es behält den Großteil seiner Weichheit, bietet aber einen Schutzfaktor gegen Flecken.
Pigmentiertes / Korrigiertes Leder (Pigmented / Corrected Grain): Die Oberfläche wird abgeschliffen, um Fehler zu entfernen, mit einem künstlichen Narbenmuster geprägt und mit einer schweren Farbschicht überzogen. Es fühlt sich eher plastikartig und kalt an, ist dafür aber unglaublich langlebig und leicht abzuwischen.
Fazit: Wenn Sie Möbel oder eine Jacke kaufen, die durch Haustiere und Schlammkinder stark beansprucht werden, könnte Sie reines Anilinleder stressen. Wenn Sie jedoch natürlichen Charakter schätzen und etwas wollen, das wie ein guter Wein altert, ist es der Goldstandard.

Chromgerbung vs. Pflanzliche Gerbung
Anilinleder kann sowohl durch Chromgerbung als auch durch pflanzliche (vegetabile) Gerbung hergestellt werden.
Es ist ein häufiges Missverständnis, aber „Anilin“ bezieht sich ausschließlich auf den Färbe- und Veredelungsprozess (die Verwendung transparenter Farbstoffe, die die Oberfläche unversiegelt lassen), während „Chrom“ und „pflanzlich“ sich auf den Gerbprozess beziehen (wie die Rohhaut konserviert und überhaupt erst in Leder verwandelt wird).
Metapher: Stellen Sie sich das Gerben wie das Backen des Kuchens vor und das Anilin-Verfahren als die Art und Weise, wie Sie ihn dekorieren oder färben.
So verändern die beiden Gerbmethoden den Charakter von Anilinleder: Woran man erkennt, was man vor sich hat: Wenn Sie ein Sofa oder eine leichte Jacke aus Anilinleder vor sich haben, die sich unglaublich weich und geschmeidig anfühlt, ist es fast sicher chromgegerbt.
Der Veg-Tan-Look: Wenn Sie eine steife, dicke Ledertasche oder Geldbörse vor sich haben, die sich schwer anfühlt, nach Holz/Rinde riecht und Kratzer bekommt, wenn man mit dem Fingernagel darüber streicht, handelt es sich höchstwahrscheinlich um pflanzlich gegerbtes Anilinleder (oft als „naked veg-tan“ bezeichnet)

In Deutschland gibt es keine offizielle, exakt getrennte Statistik, die alle Betriebe strikt in reine „Chrom-Gerbereien“ und „pflanzliche Gerbereien“ aufteilt. Das liegt vor allem daran, dass viele der verbleibenden Betriebe beide Verfahren (oder Kombinationsgerbungen) parallel oder je nach Auftrag anbieten.
Insgesamt gibt es in Deutschland vom industriellen Großbetrieb bis zur kleinen Handwerksgerberei schätzungsweise noch rund 80 bis 100 aktive Betriebe.
Die Verteilung nach den beiden Gerbverfahren lässt sich anhand der Marktanteile und Spezialisierungen wie folgt beschreiben:
Die Chromgerbung (und mineralische/synthetische Verfahren)
Dieses Verfahren macht die absolute Masse aus und hält etwa 80 % bis 85 % des Produktionsvolumens in Deutschland. Die meisten der 10 bis 12 großen, industriellen Gerbereien nutzen primär die Chromgerbung (oder moderne, komplett chromfreie Synthetikgerbung). Diese Betriebe (wie zum Beispiel Bader oder Heller-Leder) produzieren in riesigen Mengen, hauptsächlich für die Automobilindustrie (Autositze) sowie die Möbel- und Schuhindustrie. Sie arbeiten hochautomatisiert und unter strengsten deutschen Umweltauflagen.
Die pflanzliche Gerbung (Vegetabile Gerbung)
Die pflanzliche Gerbung ist heute eine klare, aber feine Nische und macht etwa 15 % bis 20 % des Produktionsvolumens aus.
Traditionsbetriebe: Es gibt in Deutschland schätzungsweise nur noch rund 5 bis 10 namhafte, spezialisierte Traditions- und Grubengerbereien, die fast ausschließlich pflanzlich gerben (bekannte Beispiele sind oder waren die Gerberei Martin oder die Gerberei David Schmid). Sie stellen oft schwere, langlebige Leder für Sohlen, Sättel oder hochwertige Accessoires her.
Kleinst- und Öko-Betriebe: Zu den Traditionsbetrieben gesellen sich schätzungsweise 40 bis 50 Kleinstbetriebe und handwerkliche Gerbereien. Viele von ihnen haben sich aus ökologischen Gründen komplett auf die pflanzliche Gerbung spezialisiert und nutzen nachwachsende Gerbstoffe wie Eichenrinde, Rhabarberwurzeln oder Olivenblätter.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die industrielle Masse in Deutschland setzt auf Chrom und moderne Synthetik, während die traditionelle Pflanzengerbung von einer Handvoll spezialisierter Manufakturen und einer Reihe von handwerklichen Öko-Gerbereien für Nischenmärkte am Leben erhalten wird.

Die Preise für Kuhhäute variieren stark je nach Qualität, Herkunft, Dicke und ob du eine ganze Haut, eine halbe Haut oder nur einen Zuschnitt kaufst. Da eine ganze Kuhhaut meistens zwischen 4 und 5,5 Quadratmeter ($m^2$) groß ist, rechnet man im Lederhandel fast immer pro Quadratmeter oder Quadratfuß.
Grundsätzlich gilt: Pflanzlich (vegetabil) gegerbtes Leder ist deutlich teurer als chromgegerbtes Leder.
Hier ist die preisliche Übersicht im Vergleich:
1. Chromgegerbte Kuhhaut (Farbig / Gefärbt)
Die Chromgerbung ist das weltweit am häufigsten angewandte Verfahren (ca. 85 % aller Leder). Es geht schnell (Dauer: ca. 1–2 Tage) und ist maschinell hochgradig optimiert, weshalb das Leder günstiger ist.
Preis pro Quadratmeter: ca. 35 € bis 65 € (für Standard-Möbel- oder Bekleidungsleder)
Preis für eine ganze Haut ($4.5\ m^2$): ca. 160 € bis 300 €
Premium-Bereich: Hochwertige Anilinleder oder spezielle Auto-Lederbänke können bis zu 80 € bis 100 € pro $m^2$ kosten.
2. Pflanzlich (vegetabil) gegerbte Kuhhaut
Die pflanzliche Gerbung nutzt pflanzliche Gerbstoffe (z. B. aus Eichenrinde, Kastanie oder Taraschoten). Der Prozess ist extrem zeitaufwendig (Dauer: mehrere Wochen bis Monate) und erfordert viel Handarbeit. Das Leder ist robuster, fester (Sattlerleder/Blankleder) und umweltfreundlicher.
Preis pro Quadratmeter: ca. 75 € bis 130 € (je nach Dicke des Leders, z.B. 2 mm bis 4 mm)
Preis für eine ganze Kuhhaut ($4.5\ m^2$): ca. 340 € bis 600 €
Häufiger Verkauf als „Halbe Haut“ (Croupon/Flanke): Da das Leder sehr dick und starr ist, werden oft halbe Häute verkauft. Eine halbe Haut kostet meist zwischen 150 € und 250 €.

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